Wie wähle ich den richtigen Tourenski aus?

„Schifoan is des leiwaundste...“ singt Wolfgang Ambros. Finden wir auch. Wir von der Firma HAGAN lieben den Schnee, die Berge, das Aufsteigen und Abfahren über alles. Klar, dass man für das perfekte Skitourenerlebnis die passenden Skier braucht. Aber wie findet man die?

Wir haben bei unserem Produktentwickler Stefan nachgefragt und möchten dir ein paar Tipps geben: „Damit du weißt, welcher Ski der Richtige für dich ist, solltest du verstehen, warum ein Ski fährt, wie er fährt“.

 

Wichtigen Einfluss auf die Fahreigenschaften deines „Brettls“ haben:

  1. Die Länge
  2. Die Breite
  3. Der Rocker

 

Länge läuft: Gummiboot versus Tanker

Bei der Länge und dem Gewicht ist es wie mit einem Gummiboot und einem Tanker. Ein Gummiboot kannst du sozusagen auf der Stelle drehen, ein Supertanker braucht für eine Kurve ein paar Kilometer. Eine Welle macht dem Tanker nichts aus, das Gummiboot kommt ziemlich ins Schaukeln. Übertragen aufs Skifahren heißt das: je länger (und schwerer) ein Ski ist, desto ruhiger fährt er sich bei hohen Geschwindigkeiten, desto mehr Kraft brauchst du aber auch für schnelle Richtungsänderungen. Alles klar, oder? 

Breite Bretter: Surfin Safari

Je breiter ein Ski ist, desto besser schwimmt er auf und desto besser „surfst“ du im oder auf tiefem Schnee. Da die Schaufel immer breiter als der Bereich unter der Bindung ist, sorgt sie vorne für den Auftrieb. Was wichtig ist, damit der Ski im Schnee nicht „absäuft“. In tiefem (und schlechtem) Schnee sparen breite Ski Kraft, denn du musst für einen Schwung weniger Schneemasse beiseite schieben. Schmalere Ski haben weniger Auftrieb, sind aber wesentlich leichter. Das spart Kraft beim Aufstieg.

Der Rocker: Eine geniale Erfindung

Und schließlich ist da noch die Sache mit dem „Rocker“. Eine geniale Erfindung, ohne die das Skifahren heute nicht das wäre, was es ist. Mit „Rocker“ ist das Aufbiegen des Skis zwischen Tip (Skispitze) und Bindung und bzw. oder dem Tail (Skiende) und dem hinteren Teil der Bindung gemeint. Und was bringt dieser leichte Knick nach oben? Sehr viel. Die Schaufel kommt schneller aus dem Schnee und der Ski lässt sich sehr viel leichter und kraftloser drehen. 

 

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Bild: Unterwegs auf Tour (Credits: Stefan Zoister)

 

Zusammengefasst kann man sagen:

Breite Ski:

  • Schwimmen auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten auf und sind in tiefem oder schlechtem Schnee besser zu fahren
  • Haben Nachteile beim Aufstieg wegen des meist größeren Gewichts
  • Sind perfekt für Freeride mit wenigen Aufstiegs- und vielen Abfahrtshöhenmetern

 

Normal breite Ski:

  • Sind meist leichter und haben daher Vorteile beim Aufstieg
  • Sind meist gute Allrounder für alpine Unternehmungen, Alpendurchquerungen und Piste
  • Lassen sich in allen Schneearten gut fahren

 

Schmale Ski:

  • Sind sehr leicht und daher perfekt für den Hochalpinismus oder als Rennski
  • Haben Nachteile bei der Abfahrt in tieferem oder schlechterem Schnee

 

Die Länge der Ski:

  • Richtet sich nach deiner Körpergröße und Gewicht
  • Hängt von deinem Fahrkönnen ab: je besser du fährst, desto länger kann der Ski sein
  • Kurze Ski drehen leichter
  • Kurze Ski sind leichter und daher für nicht ganz so konditionsstarke Tourengeher passend. Sie haben aber Nachteile bei schlechterem oder tieferem Schnee wegen des geringeren Auftriebs
  • Kurze Ski haben im Aufstieg Vorteile, weil wendiger und damit in kniffligem Gelände sowie bei Spitzkehren einfacher in der Handhabe
  • Lange Ski bieten meist besseren Kantengriff und Stabilität

  

Längenempfehlungen:

  • Skilänge bis Kinnhöhe: In technisch schwierigem Gelände einfacher zu verwenden; aber weniger Kantengriff und Auftrieb
  • Skilänge bis Nasenhöhe: Ausgewogenes Verhältnis von Vor- und Nachteilen bei Aufstieg und Abfahrt
  • Skilänge bis Körpergröße: Gute Abfahrtsperformance; für versierte Skifahrer

 

 

Welcher Ski für welchen Zweck?

„Bevor du dir die Skier genauer anschaust, solltest du dir ein paar Fragen stellen“, erklärt Stefan.  Auf was kommt es dir an, in welchem Gelände bist du unterwegs? Bist du eher der Genuss- und Pisten-Geher, der klassische Tourengeher, dem alpine Gipfel wichtig sind, der abfahrtsorientierte Freeride-Freak oder der Racer? „Bei HAGAN haben wir für jeden das richtige Modell“, so Stefan.  

 

Wir unterscheiden Tourenski in vier Kategorien:

  

In welcher Charakterisierung findest du dich am ehesten wieder?

Du bist ...

... einfach gerne draußen unterwegs und stehst auf eine „chillige“ Skitour. Leistung steht nicht so im Vordergrund. Auch die Abendtour auf der Piste macht dir Spaß. Bei der Abfahrt stehen entspanntes Fahren und nicht der Speed im Vordergrund.

 Dann bist du mit Modellen aus unserer PURE Tour Classic Serie bestens aufgehoben. Sie kombiniert die Anforderungen an einen klassischen Tourenski mit den Essentials aus unserem-High-End Bereich.

 

Du bist ...

... in allen Spielarten des Tourengehens zu Hause. Du hast ausreichend Power für viele Höhenmeter und gibst bei der Abfahrt gerne Gas. Unterschiedliche Schneeverhältnisse können dich nicht schrecken. Du ziehst im Powder genauso wie im Sulz oder Bruchharsch sauber deine Linie in den Hang.

Dann ist die CORE Tour Allmountain Serie für dich genau richtig. Sie richtet sich an sportliche (Viel)Geher, die bei jeder Bedingung am Berg unterwegs sind. 

 

Du bist ...

... ein Fan von First-Lines, Powder und Surf-Feeling? Lange High-Speed Schwünge sind genau dein Ding?

Dann bist du bei der BOOST Tour Freeride Serie zu Hause: leicht genug auch für lange Touren. Mit einer Mittelbreite von bis zu 99 mm unter der Bindung, auf keinen Fall oversized, lässt diese Off-Piste-„Raketen“ immer oben auf schwimmen. 

 

Du bist ...

... Sportler, Alpinist oder Rennläufer und an Speed interessiert. Vor allem rauf lässt du die Aufstiegspur „qualmen“.  

Für dich kommt unsere ULTRA Tour Professional Serie in Frage. Sie vereint unser gesamtes Know-How. Die perfekte Kombination an Materialien, Shape und Set-Up erfüllt unsere und deine extrem hohen technischen und leistungsorientierten Ansprüche. 

 

Alles klar? Lichtet sich der Nebel? Wir hoffen, wir konnten dir bei der Wahl zum richtigen Ski helfen!