Ausrüstung für Skitouren: Das muss mit

Was muss mit auf Skitour? Gerade Neulinge sind hier oft verunsichert, da das Angebot an Ausrüstung groß ist.

Unser Experte Stefan klärt Euch auf.

 

Hallo Stefan, was versteht man unter der Notfallausrüstung im Bereich Skitouren?

Zur Notfallausrüstung gehören ein Lawinenverschütteten-Such (LVS)-Gerät sowie Schaufel und Sonde. Diese drei Ausrüstungsgegenstände sind keine Kür, sie gehören auf jeden Fall in den Tourenrucksack.

Sie erhöhen die Chance, Verschüttete lebend zu bergen, enorm.

Das betrifft übrigens nicht nur Skitouren. Auch Schneeschuh-Tourengeher müssen diese Dinge dabei haben.

 

Welches LVS-Gerät ist das Richtige

Derzeit gibt es fünf Hersteller am Markt, die etwa 15 verschiedene LVS-Geräte anbieten.  Dabei gibt es sogenannte Basisgeräte und Geräte mit zusätzlichen Funktionen. Entscheidend bei der Auswahl ist, wie gut man mit der Bedienung zurecht kommt. Hier gibt es Unterschiede. Nicht jeder kommt mit jedem Gerät gleich gut zurecht. Das sollte man unbedingt im Fachhandel ausprobieren  und sich. von Experten beraten zu lassen.

 

Das LVS-Gerät alleine reicht aber nicht?

Genau. Denn mit dem Gerät kann ich den Verschütteten nicht ausgraben. Wer schon einmal versucht hat, mit bloßen Händen ein Loch in den Schnee zu graben, weiß, dass das sehr schwierig, ja manchmal unmöglich ist. Daher braucht man unbedingt eine Schaufel. Auch hier macht es Sinn, sich die Modelle im Fachhandel anzuschauen. Außerdem braucht man eine Sonde. Mit dieser kann nämlich der Verschüttete überhaupt erst genau lokalisiert werden.

Seit einigen Jahren gibt es zudem sogenannte Airbag-Systeme. Das sind Rucksäcke mit einem oder zwei integrierten Ballonen, die im Fall einer Lawine blitzschnell aufgeblasen werden. Sie können maßgeblich dazu beitragen, dass man nicht komplett verschüttet wird. Sie werden von den Alpenvereinen empfohlen. Wichtig ist: sie ersetzen weder das LVS-Gerät, noch die Schaufel oder die Sonde. Diese Sachen müssen trotzdem mit.

Zur Notfallausrüstung gehören unbedingt ein Mobiltelefon, ein Biwaksack, eine Rettungsdecke und ein erste-Hilfe-Set. Manche Experten empfehlen zusätzlich einen Helm für die Abfahrt. Bei Touren, die man noch nicht kennt und mehrtägigen Aktionen empfehlen sich die entsprechende Karte und ein GPS.

Ganz wichtig ist, dass man den Umgang vor allem mit LVS-Gerät und Sonde jedes Jahr übt.

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Wie ist das bei Pistenskitouren?

So lange man sich auf der Piste, also nicht im sogenannten „freien Skiraum“, aufhält, braucht man kein LVS-Gerät, Sonde und Schaufel. Vorschrift ist allerdings ein sogenanntes Rückhaltesystem für die Ski. Das können Fangriemen oder Skistopper sein. Man muss eben verhindern, dass ein loser Ski die Piste heruntergleitet und andere Menschen verletzen kann.

 

Abgesehen von der Notfallausrüstung: Was braucht man noch?

Je nach Bedingungen gehören sogenannte Harscheisen in den Rucksack. Diese Krallen werden im Bereich der Bindung befestigt und verhindern ein Zurückrutschen des Skis auf hartem Untergrund. Vor allem im Frühjahr gehören sie zum Standard. Eigentlich kann man sie auch zur Sicherheitsausrüstung zählen.

Eine Sportbrille mit entsprechendem UV-Filter bzw. Schutzstufe ist schon allein wegen der Augengesundheit Pflicht. Bei schlechtem Wetter macht auch eine Goggle Sinn. Sie bietet gute Sicht bei Schneefall und oder Sturm und verhindert, dass es im Blindflug abwärts geht.

 

Wie sieht es mit Bekleidung aus?

Neben den normalen Schichten wie Base- und Midlayer, eventuell langer Unterhose, Skisocken und Hose macht ein leichtes Softshell Sinn. Bei schlechtem Wetter, in größeren Höhen und mehrtägigen Touren muss eine Hardshell mit. Und für Pausen oder Abfahrten bei größerer Kälte sollte eine Isolationsjacke mit Daunen- oder Kunstfaserfüllung dabei sein.

Ob man ein Shirt als Wechselwäsche einsteckt, muss jeder selber wissen. Bei mehrtägigen und langen Touren und Menschen, die sehr stark schwitzen, hat es absolut seine Berechtigung.

 

Nimmt man auch Werkzeug mit?

Eine gute Frage. Neben einem Taschenmesser habe ich  immer vier Reparatur-Utensilien dabei. Zum einen ein Fellwachs gegen das Anstollen. Dann Quicktex-Klebepads. Die kleben beidseitig und können Dir bei nicht mehr am Ski haftenden Fellen die Tour retten. Und außerdem gehören für mich ein paar Kabelbinder, mit denen man eine gebrochene Schnalle kurzzeitig ersetzen kann, und das unverwüstliche Duck-Tape mit auf Tour. Damit kann man eine gerissene Jacke, einen gebrochenen Skistock und einen defekten Rucksack behelfsmäßig reparieren.

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